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05. Juli 2017 - 08:30Filialnetzqualität

Standorte raumwirtschaftlich analysieren

von Norbert Lingen

Die Standortbewertung von Filialen und Filialnetzen braucht mehr als Betriebswirtschaft und Controlling. Vor allem externe Standortfaktoren bestimmen die Standortqualität. Mit einer raumwirtschaftlichen Standortanalyse lassen sich Filialnetz und Standorte fachlich und inhaltlich kompetent bewerten.

Eine Kurzzusammenfassung finden Sie hier.

Ein raumwirtschaftlich basiertes Konzept erlaubt eine detallierte Analyse von Bankstandorten. (sdecoret/fotolia)
Das Thema Standortqualität und Filialnetzgestaltung der Regionalbanken ist derzeit hochaktuell. Jedes Institut ist gezwungen, sich im Zuge der großen Umwälzungen (Online-Entwicklung und Kundenverhalten, Niedrigzinspolitik, Kostendruck) mit Zuschnitt und Struktur seines Filialnetzes auseinanderzusetzen.
Die klassische Filiale verliert innerhalb der Vertriebsstruktur an Gewicht. Onlinebanking hat Zukunft und wächst rasant. Internetberatung und -produktabschlüsse nehmen zu, der Online-Zahlungsver­kehr entwickelt sich zum Standard. Kunden suchen ihre Filialen immer seltener auf und wenn für eher komplexe Beratungen.
Die Folge ist eine deutlich nachlassende Nachfrage nach stationären Dienstleistungen, verbunden mit einem geringeren Bedarf an Bankfilialen. Stationäre Angebote verlieren danach an Bedeutung. Die Ausdünnung des Filialnetzes ist die logische Folge. Daraus ergeben sich jedoch zunehmende Ansprüche an die Standortqualität der verbleibenden Filialen. Denn je geringer die Zahl der Filialen im Netz, umso besser sollte jede einzelne in die Raumstrukturen und Verflechtungen eingebunden sein. Das sicher zu stellen ist Aufgabe der raumwirtschaftlichen Standortanalyse, die eine fachlich und inhaltlich kompetente Bewertung des Filialnetzes und der Filialstandorte ermöglicht.

Der Begriff „Raumwirtschaft“

Abgeleitet aus der Wirtschaftsgeografie steht der Begriff Raumwirtschaft für das Betrachten des Verhältnisses zwischen Wirtschaft und Raum. Raum ist definiert durch wirtschaftliche Strukturmerkmale einerseits und funktionale Verflechtungen andererseits. Neben den Raumstrukturen, die durch die verschiedensten raumgreifenden Nutzungen gebildet werden, sind also auch die Austauschbeziehungen zwischen den Nutzungen Gegenstand der Untersuchungen. Zu den Kerndisziplinen der raumwirtschaftlichen Forschung bzw. der Wirtschaftsgeografie gehören neben der klassischen Standortforschung weitere Forschungsgebiete wie regionale Strukturforschung, Erforschung des regionalen Strukturwandels sowie raumbasierte Verhaltensmuster.
(BBL)
Die raumwirtschaftliche Standortanalyse basiert auf der Kenntnis der spezifischen Umfeld- und Verhaltensstrukturen, verarbeitet betriebswirtschaftlich notwendige Voraussetzungen und verbindet so externe und interne Faktoren als Grundlage für Standortentscheidungen. Die Unterteilung in „intern“ und „extern“ macht die Anforderungen an gute Standortanalysen deutlich. In Kenntnis und Berücksichtigung der internen Notwendigkeiten, Konzepte und Vorgaben (Betriebswirtschaft) ist die Verbindung mit den externen, raumwirtschaftlichen Bestimmungsfaktoren das entscheidende Qualitätsmerkmal für aussagekräftige und ertragsbringende Standortentscheidungen (s. Abb. 1).

Der Begriff „Standortanalyse“

Um die notwendigen Anforderungen an Standortanalysen für Banken und Sparkassen zu definieren, muss man sich mit den Grundlagen der Standortwissenschaften auseinandersetzen. Was ist etwa unter dem Begriff Standort zu verstehen:
  • Standort ist im geographischen Sinn definiert als Ort von Aktivitäten innerhalb geografischer Bezugssysteme. Beschränken sich die Aktivitäten auf wirtschaftliche Tätigkeiten wie Erstellung, Verwertung oder Verkauf von Gütern und Dienstleistungen ist dies die wirtschaftsgeografische Umschreibung des Standorts. 
Die Analyse von Standorten definiert sich wie folgt:
  • Die Standortanalyse stellt in der wissenschaftlichen Definition den Prozess der planvollen Erfassung und Bewertung gegebener Standortfaktoren dar. Standortanforderungen der Standortnutzer stehen folglich den Standortbedingungen am jeweiligen Standort gegenüber. Je höher die Übereinstimmung zwischen Standortanforderungen und -bedingungen, desto günstiger wirkt der Standort auf das Geschäftsergebnis des betrachteten Unternehmens.
(BBL)
Standortfaktoren zur Beschreibung von Standortbedingungen und -anforderungen können strukturiert und systematisch klassifiziert werden, wie Abbildung 2 verdeutlicht. Der Komplexität von Standortbewertungen werden die meisten einfachen Modelle nicht gerecht. Diese Systematisierung der Standortfaktoren macht darüber hinaus deutlich, dass sich Standortanalysen je nach Wahl der Maßstabsebene, der nutzungs-spezifischen Differenzierung oder der Standortnutzung stark unterscheiden. Der Zusatz „raumwirtschaftlich“ ist essentiell. Raumwirtschaftliche Grundlagen stellen die wissenschaftliche Substanz aller Standortanalysen für Wirtschaftsunternehmen dar. Standortanalysen, die raumwirtschaftliche Aspekte vernachlässigen und gar nicht oder nur unzureichend verarbeiten, können im wissenschaftlichen Sinne nicht als solche bezeichnet werden.
Der Begriff „Standortanalyse“ wird zudem bei Untersuchungen für Banken und Sparkassen häufig falsch belegt und ist auch nicht geschützt. Beispielsweise sind folgende Untersuchungen keine Standortanalyse, weil ein ausreichender Raumbezug fehlt:
  • filialbezogene Kundenbefragung
  • Marktausschöpfungsberechnung für Filialen
  • Kosten-, Gewinn- und Verlustanalyse für Filialen
  • Fotodokumentation von Filialstandorten
  • Mietpreisanalyse von Filialstandorten
  • betriebswirtschaftliche Vergleichsrechnung von Filialstandorten
  • Zusammenstellung mikrogeografischer Daten
  • Distanzmessungen zur nächsten Filiale/zum nächsten Wettbewerber. 
Die genannten Untersuchungsansätze können Teil einer Standortanalyse sein. Für sich allein dienen sie nur als Untersuchung spezifischer Teilaspekte eines Standorts. Wichtig ist die Frage, inwieweit man aus den vielfältigen, Banken und Sparkassen vorliegenden betriebswirt­schaftlichen Analysen und Kundendaten zu Standortbewertungen kommen kann.
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  1. Standorte raumwirtschaftlich analysieren
  2. Betriebswirtschaftliche Analysen lösen keine Standortprobleme
  3. Filialnetzgestaltung nach raumwirtschaftlichen Kriterien
  4. Raumwirtschaftliches Standortkonzept für Regionalbanken durch Standortbewertung und Filialnetzentwicklung
  5. Fazit
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