Anzeige
Anzeige

Exklusiv für Abonnenten

Dieser Beitrag steht exklusiv Abonnenten des SparkassenZeitung Portals zur Verfügung.
Bitte loggen Sie sich hier ein:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen oder benötigen Sie ein neues?
Hier anfordern

Weitere Informationen zu Produkten, Bestellmöglichkeiten mit Testzugang, Lizenzprüfung oder FAQs finden Sie im Bereich Abo-Service.
Bei Fragen nehmen Sie gern Kontakt online mit uns auf oder rufen Sie uns an:
Tel.: +49 711 782-1173.

Passwort vergessen

Geben Sie Ihre E-Mail Adresse an und erhalten Sie einen Link um Ihr Passwort zurückzusetzen.

Bitte geben Sie hier Ihre E-Mail-Adresse an, mit der Sie bei uns registriert sind. Nach dem Klicken auf "Absenden" bekommen Sie eine Mail mit dem Link. Klicken Sie den Link an oder kopieren Sie diesen in die Adressleiste Ihres Internetbrowsers. So werden Sie automatisch angemeldet und können Ihr Passwort ändern.

Anzeige
05. Februar 2018 - 06:00Fusion

Passgenau zusammengerückt

von Gregory Lipinski

Mit einer Bilanzsumme von mehr als drei Milliarden Euro und 700 Mitarbeitern ist die neue Fusionssparkasse Rotenburg Osterholz das zehntgrößte Haus in Niedersachsen. Vorstandschef Reinhard Krüger rechnet mit Einsparungen in Millionenhöhe und blickt auf einen gelungenen Prozess ohne Handlungsdruck.

Reinhard Krüger, Vorstandschef der Fusionssparkasse Rotenburg Osterholz: "Von weiteren Zusammenschlüssen ist auszugehen." (Sparkasse)
Seit Jahresbeginn ist Reinhard Krüger Chef der neuen Sparkasse Rotenburg Osterholz mit einer Bilanzsumme von 3,1 Milliarden Euro. Das Institut ist zu Jahresbeginn aus der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde und der Kreissparkasse Osterholz hervorgegangen. Die technische Fusionsphase mit der Zusammenführung der Kontenbestände soll am 26. August abgeschlossen sein.

Die neue, umfassend modernisierte Hauptstelle wird in Zeven eingerichtet, die ehemalige Hauptstelle der Kreissparkasse Osterholz wird als Filiale und für Zentralbereiche genutzt. Krüger wurde nach fünf Jahren als Leiter des Firmenkundengeschäfts im Jahr 2005 in den Vorstand der Sparkasse Rotenburg Bremervörde berufen. 2010 wurde er Vorstandschef des Instituts, das im Jahr 2000 ebenfalls aus einer Fusion hervorging. Krüger absolvierte nach einer Ausbildung zum Sparkassenkaufmann bei der Stadtsparkasse Cuxhaven ein wirtschaftswissenschaftliches Studium an der Universität-Gesamthochschule Essen und stieg 1989 als Trainee bei der damaligen Kreisparkasse Bremervörde ein. Eine Doppelspitze ist in dem neuen Haus nicht vorgesehen. Gemeinsam mit seinem zurzeit noch dreiköpfigen Vorstandsteam will Krüger künftig die Marktführerschaft des neuen Hauses sichern.
Herr Krüger, sie sind seit Anfang des Jahres Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rotenburg Osterholz, die aus der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde und der Kreissparkasse Osterholz hervorgegangen ist. Sehen Sie wegen Zinssituation, Regulatorik und Kostendruck künftig weitere Fusionen in der Sparkassen-Finanzgruppe?
Reinhard Krüger: Die aktuellen Rahmenbedingungen stellen die Sparkassen vor große Herausforderungen. Wir beobachten daher tatsächlich, dass Fusionsgespräche unter den Sparkassen zunehmen. Da sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, ist von weiteren Zusammenschlüssen auszugehen.

Gibt es keine Alternativen?
Krüger: Man kann sicherlich über Kooperationen nachdenken. Es hat sich jedoch in der Vergangenheit gezeigt, dass Kooperationen nicht die notwendigen Effizienzgewinne bringen, die sie angesichts der wachsenden regulatorischen Anforderungen und der aktuellen Marktsituation benötigen. Da sehe ich wenig Alternativen.

Waren vornehmlich wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend für den Zusammenschluss?
Krüger: Es bestand für beide Sparkassen kein unmittelbarer Handlungsdruck. Wenn Sie Vorstand einer Sparkasse sind, denken Sie aber nicht nur in Jahreszyklen. Sie müssen auch die mittelfristige Entwicklung im Blick behalten. Hier war abzusehen, dass die weitere Entwicklung zu sinkenden Zinsspannen führt, gleichzeitig die Kosten aber steigen. Zudem haben wir erkannt, dass die eigenen Anstrengungen begrenzt sind, um Kosten zu senken. Vor diesem Hintergrund sind wir in erste Gespräche eingetreten.

Worauf muss der Vorstand achten, damit eine Verschmelzung gelingt?
Krüger: Zunächst müssen die Gespräche für eine Fusion immer unter einer Überschrift stehen: „Partnerschaftlich“. Das kann man zwar leicht sagen, in der Realität sieht dies aber meist anders aus. Denn in den ersten Sitzungen und Teilprojekten zeigt sich schnell, ob es der Partner wirklich ernst meint. Doch das ist nicht alles. Wichtig ist auch ein weiteres Motto: "Lerne vom jeweils Besseren."

Was bedeutet das für den Fusionsprozess?
Krüger: Es ist wichtig, dass die Fusionskandidaten nicht per se Lösungen des anderen Partners übernehmen. Nach dem Motto: Jetzt haben wir von unserem Fusionspartner drei Vorschläge übernommen, nun müssen sie aber von uns einen Vorschlag aufgreifen. So geht das nicht. Die am Verschmelzungsprozess beteiligten Seiten sollten sich vielmehr die Prozesse des anderen Unternehmens genau ansehen. Was hat das Unternehmen hier gemacht? Wieso wurde es so umgesetzt? Daraus sollten dann die besten Lösungen gewählt werden. So lassen sich viele Sachfragen emotionsfrei lösen. Das ist uns gelungen.

Bei einer Fusion rückt das Management zusammen. Wird eine Verschmelzung erschwert, weil die Vorstände um ihre Positionen fürchten?
Krüger: Es gibt bei einem Zusammenschluss bestimmte Dealbreaker, die nicht verhandelbar sind. Dazu gehören der juristische Sitz einer Sparkasse oder die Sitzverteilung in den Aufsichtsorganen. Das sind Fragen, die schnell geklärt werden müssen. Ein wichtiges Thema ist auch die Besetzung des Vorstands.

Wie sieht dies bei der Sparkasse Rotenburg Osterholz aus?
Krüger: Die neue Sparkasse Rotenburg Osterholz besteht aus vier Vorständen. Davon stammen jeweils zwei Vorstandsmitglieder aus den Althäusern. Mittelfristig wird sich der Vorstand auf zwei Mitglieder halbieren. Dies ist auch ein wichtiges Signal an die Belegschaft, dass die Arbeitsverdichtung nicht beim Vorstand Halt macht.

Gibt es künftig eine Doppelspitze?
Krüger: Nein, wir halten eine Doppelspitze nicht für die effektivste Lösung, um eine Sparkasse weiterzuentwickeln. Wir haben uns deshalb dagegen entschieden. Die Sparkasse wird aktuell von einem Vorstandsvorsitzenden und drei Vorstandsmitgliedern geführt. In zeitlichen Abständen reduziert sich das Vorstandsteam bis zum Jahre 2020 auf einen Vorstandsvorsitzenden und ein Vorstandsmitglied.

Mit der Kommunikation steht und fällt eine Fusion

Die neugebaute Hauptstelle der Sparkasse Rotenburg Osterholz in Zeven. (Sparkasse)
Die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde ist in die Fusion mit einer Bilanzsumme von 1,9 Milliarden Euro gegangen, die Kreissparkasse Osterholz hingegen mit 1,2 Milliarden Euro. Hat der größere Partner mehr zu sagen?
Krüger: Nein, davon war von Anfang an nicht die Rede. Die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde und die Kreissparkasse Osterholz waren Institute, die sich in keiner schwachen Position befanden. Sie verfügten vor der Fusion über ein ordentliches Eigenkapital. Dies hat die Verhandlungen erleichtert, da kein kranker Partner mit einem Gesunden zusammengeht. Zudem sind beide Sparkassen trotz unterschiedlicher Kulturen und Strukturen marktorientiert. Damit spielt die Frage der Größe eine untergeordnete Rolle. Sie war lediglich für die Besetzung der Gremien wichtig.

Wichtig ist in einem Fusionsprozess auch die richtige Kommunikation nach außen und innen. Was haben Sie getan, um keine Kunden zu verärgern?
Krüger: Bereits vor einigen Wochen haben wir auf unserer Homepage einen umfassenden FAQ-Katalog für unsere Kunden veröffentlicht. Dieser bietet unserer Meinung nach bereits eine gute Orientierung. Daneben wurden alle Mitarbeiter mit noch umfangreicheren Informationen versorgt, um mit unseren Kunden in den Dialog treten zu können. Aktuell starten wir eine groß angelegte Imagekampagne.

Wie sieht die aus?
Krüger: Sie lehnt sich eng an die neue Sparkassenwerbung "gemeinsam #AllemGewachsen" an. Darin erklären wir nochmal den Nutzen, den die Kunden und die Region durch die Fusion haben. Ende September erfolgt die technische Fusion. Zuvor gehen wir noch einmal gezielt auf die wenigen Kunden zu, die aufgrund von Überschneidungen eine neue Kontonummer erhalten. Zudem wollen wir die Firmenkunden dabei unterstützen, ihre Firmenbriefbögen umzustellen. Ich glaube, dieses Gesamtmaßnahmenbündel ist geeignet, um unsere Kunden mitzunehmen.

Und die Kommunikation nach innen?
Krüger: In der Anfangsphase war dies nur eingeschränkt möglich. Wir haben uns dafür entschieden, die Gespräche vertraulich zu behandeln. Erst als der Verwaltungsrat den Sondierungsgesprächen zugestimmt hat, haben wir alle Mitarbeiter daüber schriftlich informiert. Nachdem uns die Beschlüsse der Träger vorlagen, fand eine erste Mitarbeiterveranstaltung statt. Regelmäßiger haben wir die Mitarbeiter dann informiert, als die Projektarbeit startete. Dabei haben wir ebenfalls auf einen FAQ-Katalog gesetzt, um die ersten und wesentlichsten Fragen zu beantworten.

Wie haben Sie die Mitarbeiter noch informiert?
Krüger: Zum Jahresstart haben wir eine erste Mitarbeiterversammlung in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck genutzt, um die neue Sparkasse vorzustellen. Das Interesse war überwältigend. Fast 670 Mitarbeiter nahmen daran teil. Wir haben uns dabei bewusst gegen das übliche Vorgehen ausgesprochen und auf eine präsentationsgestützte Rede des Vorstands verzichtet. Vielmehr haben wir eine lockere, kurzweilige Talkrunde genutzt, um die Zukunft der neuen Sparkasse zu skizzieren. Aufgrund der Rückmeldungen bin ich sicher, dass es uns mit der Veranstaltung gelungen ist, die Ängste der Mitarbeiter abzubauen und sie für die kommenden Aufgaben zu motivieren.

Sie haben ein internes Manifest erstellt. Worum geht es da?
Krüger: Dort haben wir aufgelistet, was die Beweggründe der Fusion waren und was sie den Mitarbeitern und Kunden nutzt. Das Credo der Kampagne lautet: "Wenn wir zusammenwachsen, sind wir allem gewachsen – stärker als eine Sparkasse − Zwei Sparkassen in einer." Das ist in der Belegschaft gut angekommen.

Wie vereint man Unternehmenskulturen?

Vorstandschef Krüger: "Wir müssen zehn Millionen Euro heben. Ziel ist auch mehr Neugeschäft." (Sparkasse)
Wie kommen Sie bei den Firmenkulturen auf einen gemeinsamen Nenner?
Krüger: Zu einer der wichtigsten Aufgaben bei einer Verschmelzung gehört es, die verschiedenen Firmenkulturen zusammenzufügen. Dafür bringen beide Althäuser gute Voraussetzungen mit. Denn bei ersten Teilprojekten haben wir schnell festgestellt, dass die Mitarbeiter beider Institute über ein großes Engagement und große Sachkompetenz verfügen. Dies hilft uns sehr, um die Unternehmenskulturen zu vereinen. Zudem planen wir derzeit eine sogenannte "kulturelle Nullmessung".

Was verbirgt sich dahinter?
Krüger: Das ist eine Befragung aller Mitarbeiter zu verschiedenen kulturprägenden Themen. Dabei beantworten die Arbeitnehmer verschiedene Fragen aus Sicht der Althäuser. Dadurch wollen wir feststellen, wo die Mitarbeiter der beiden ehemaligen Institute bereits relativ nah beieinander liegen und wo es Lücken gibt. Daran angelehnt erarbeitet ein Projektteam geeignete Maßnahmen, um die angestrebte Kultur zu entwickeln.

Werden Mitarbeiter den Standort wechseln?
Krüger: Die Fusion bringt für Teile der Belegschaft örtliche Veränderungen. Darüber haben wir die Mitarbeiter jederzeit sehr offen informiert. Ein Beispiel hierfür ist die Abteilung "Marktfolge Aktiv". Sie ist derzeit in unserer neuen Sparkassenzentrale in Zeven konzentriert. Ab Juni zieht diese Abteilung komplett nach Osterholz. Betroffen von der Maßnahme sind 85 Mitarbeiter. Im Gegenzug verlagern wir diverse Stabs- und Marktfolgestellen von Osterholz nach Zeven.

Gab es dagegen Widerstand aus der Belegschaft?
Krüger: Nein. Dennoch fühlen sich die Mitarbeiter betroffen. Einige von ihnen haben durch die Maßnahme längere Anfahrtswege von täglich rund 150 Kilometern. Dennoch zeigen die Mitarbeiter Verständnis. Denn die Belegschaft verfolgt das Marktgeschehen genau. Sie akzeptieren, dass die Maßnahmen notwendig sind, um die Zukunft ihres Arbeitsplatzes zu sichern.

Richten Sie den Vertrieb neu aus?
Krüger: Eine große Frage bei der Verschmelzung war: Wo liegt der Fusionsnutzen? Dabei kamen wir zu dem Ergebnis, dass wir zehn Millionen Euro heben müssen. Davon entfällt eine Hälfte auf Einsparungen, die andere auf das Neugeschäft. Denn nur Kosten einzusparen, war uns zu wenig. Dafür brauchen wir keine Fusion. Wir beabsichtigen deshalb, in den Vertrieb zu investieren. Dazu wollen wir die Ausbildung weiter verbessern und neue Stellen schaffen. Dadurch soll das Institut mehr verdienen. Denn die Fusion sehen wir nicht als eine Einbahnstraße, um Personalkosten zu senken. Ziel ist es auch, mehr Neugeschäft zu generieren.

Was haben Sie im Privat- und Firmenkundengeschäft vor?
Krüger: Wir planen sowohl das Privatkundengeschäft als auch das Firmenkundengeschäft im gesamten neuen Geschäftsgebiet zu intensivieren. Im Fokus steht auch das Immobiliengeschäft − mit der Finanzierung und der Vermittlung von Eigentumswohnungen und -häusern. Dabei schauen wir uns auch die Vermittlerplattformen genauer an. Das Stichwort heißt Finmas. Hier gilt es, das Geschäft noch weiter zu intensivieren.

Es treffen auch zwei Produktwelten aufeinander. Werden diese jetzt entschlackt?
Krüger: Die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde und die Kreissparkasse Osterholz verfügten über schlanke Produktpaletten. Lediglich in der Wertpapierberatung werden wir die Produktkörbe anpassen. Hier halten sich aber die Änderungen in Grenzen, da beide Sparkassen über ähnliche Produkte verfügen.

Im Zuge der Digitalisierung bauen die Sparkassen eigene Digitaleinheiten auf. Sie auch?
Krüger: Hier haben sich beide Altsparkassen in die gleiche Richtung entwickelt. Wir haben aber die Chance genutzt, um die Digitalisierung auf neue Standbeine zu stellen. Die Sparkasse Rotenburg Osterholz hat deshalb in Zeven eine neue Abteilung "Alternative Vertriebswege" gegründet. Dort bündeln wir die Online-Aktivitäten, um die Geschäftsstellen mit den notwendigen Dienstleistungen zu versorgen.

An der Filialstruktur wird vorerst nicht gerüttelt

Wirkt sich die Fusion auf die Filialstruktur aus?
Krüger: Die Fusion stand vor allem unter dem Begriff "Regionalität". Wir haben daher den Vertrieb regional in vier Teilmärkte aufgeteilt. Dazu gehören zwei Teilmärkte im Norden von Bremervörde bis Zeven sowie in Rotenburg und Umgebung. In Osterholz gibt es ebenfalls zwei Teilmärkte. Wir nennen sie Mitte und West. Jeder Teilmarkt verfügt über ein Zentrum für Firmen- und Gewerbekunden. Es gibt nur eine Ausnahme. Im Norden gibt es zwei Kundenzentren. Damit verteilen sich am Ende fünf Kundenzentren auf vier Teilmärkte.

Werden Sie Filialen abbauen?
Krüger: Selbstverständlich wird auch die neue Sparkasse Rotenburg Osterholz in ihrem Geschäftsgebiet flächendeckend vertreten sein. Zeven ist seit dem 1. Januar 2018 der Hauptsitz des Instituts, die ehemalige Hauptstelle der Kreissparkasse Osterholz wird als Filiale und für Mitarbeiter aus zentralen Bereichen genutzt. Künftig können die Kunden also unseren Service an 52 Standorten - von der großen Filiale bis zum Geldautomaten - nutzen. Der Trend geht aber auch bei uns zu großen, technisch gut ausgestatteten Geschäftsstellen mit einer größeren Personaldecke, die auch die Beratung in Spezialbereichen ermöglicht. Wir können daher eine Anpassung unseres Filialnetzes nicht grundsätzlich ausschließen, planen aber aktuell keine Veränderungen.

Wird die Anzahl der Mitarbeiterstellen erhalten bleiben?
Krüger: Fusionsbedingte Kündigungen wird es nicht geben. Allerdings haben beide Althäuser bereits ein Programm aufgelegt, um die Personalkosten zu senken. Dieses werden wir fortführen und ausweiten. Wir werden bis 2021 insgesamt rund 140 Stellen abbauen. Das sieht das Fusionskonzept vor. Dabei erfolgt der Stellenabbau sozialverträglich. Da wir durch den Ausbau des Vertriebs neue Stellen schaffen, müssen wir aber den Abschmelzungsprozess bei den Personalkosten beschleunigen.

Wird auch der Verwaltungsrat kleiner?
Krüger: Bislang bestand der Verwaltungsrat beider Sparkassen aus insgesamt 30 Mitgliedern. Künftig schrumpft die Zahl der Mitglieder der Sparkasse Rotenburg Osterholz auf 18 Mitglieder.

Hatten Sie einen Unternehmensberater an ihrer Seite?
Krüger: Eine Fusion ist ein komplexes Vorhaben, das viele aufsichtsrechtliche Schritte erfordert. Hätten wir dafür keinen mit Fusionen erfahrenen externen Partner an Bord geholt, wäre eine Verschmelzung unter dem herrschenden Zeitdruck schwierig geworden. Wir haben daher die ZEB aus Münster als Berater gewählt. Sie hat uns äußerst professionell begleitet.

Wo sehen Sie die Sparkasse in fünf Jahren?
Krüger: Weiter auf einem erfolgreichen Kurs. Ich gehe davon aus, dass wir in fünf Jahren den im Verschmelzungskonzept vorgenommen Fusionsnutzen heben konnten. Damit gehen wir als Arbeitgeber gestärkt aus dem Zusammenschluss und sind gut gewappnet, unsere Position als Marktführer in der Region zu behaupten.
Anzeige
 Druck-PDF herunterladen

Kommentare zum Artikel (0)