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08. November 2018 - 05:00Großbritannien

Marcus lockt mit hohen Zinsen

von Frances Palgrave, London

Die US-Investmentbank Goldman Sachs bietet britischen Sparern auf der Plattform „Marcus“ höhere Zinsen als andere Geldinstitute. Als nächstes kommt der deutsche Markt dran. Die Sparkassen sehen das gelassen.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs zieht in Großbritannien mit ihrer Online-Plattform „Marcus“ viele Neukunden an. Seit Ende August zahlt die neue Retailsparte von Goldman Sachs Privatkunden in Großbritannien für jederzeit verfügbare Spareinlagen bis 250 000 Pfund auf Onlinekonten einen Zins von 1,5 Prozent. Damit bietet die US-Investmentbank höhere Sparzinsen als die meisten britischen High-Street-Banken.

In den ersten beiden Monaten sammelte Marcus in Großbritannien bereits zwei Milliarden Dollar an Einlagen ein und zählt dort mehr als 75 000 Sparkonten. Der Einstieg ins Kreditgeschäft ist als nächstes geplant. Die britischen Großbanken gaben die jüngste Zinserhöhung der Notenbank hingegen nur zögerlich an die Sparer weiter. Sie können sich über Programme der Bank of England und der Regierung günstig refinanzieren und vertrauen auf die starke Markenbindung der britischen Bankkunden, die in der Regel ein dichtes Filialnetz und Zweigstellen in ihrer Nähe bevorzugen.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) führte gerade ein neues Sparkonto mit einem Zins von 1,5 Prozent ein, knüpfte allerdings zahlreiche Bedingungen daran. Lediglich die Nottingham Building Society erhöhte ihren Sparzins für jederzeit verfügbare Einlagen auf 1,55 Prozent. Charlotte Nelson vom Finanzinformationsdienst Moneyfacts erwartet dennoch, dass weitere Institute ihren Sparzins erhöhen werden. Marcus tritt vor allem in Wettbewerb mit britischen Digitalbanken wie Monzo, Starling und Atom Bank, die sich auf Online-Sparprodukte spezialisiert haben.

Goldman Sachs steigt ins US-Massengeschäft ein

In den USA riskierte Goldman Sachs vor zwei Jahren mit seiner nach dem Firmengründer Marcus Goldman benannten Sparte erstmals den Einstieg ins Massengeschäft mit Privatkunden, um jüngere Kunden zu gewinnen und sein Geschäftsmodell breiter auszurichten. Marcus soll dazu beitragen, bis 2020 die Erträge um fünf Milliarden Dollar zu steigern. Seit 2016 gewann die Online-Plattform in den USA bereits mehr als zwei Millionen Kunden, Einlagen im Volumen von 26 Milliarden Dollar und reichte Kredite im Volumen von mehr als vier Milliarden Dollar aus.

Der neue CEO von Goldman Sachs, David Solomon, will das Geschäft von Marcus mit Einlagen und Krediten bald um Hypotheken, Kreditkarten und Versicherungen ergänzen. Gerade wurde die US-Sparte mit dem Zukauf der Finanzverwaltungs-App Clarity Money verstärkt. Zudem wurde Marcus in den Bereich Investment Management von Goldman Sachs eingegliedert, um jüngere Neukunden auch für das Wealth Management zu gewinnen und vermögenden Stammkunden digitale Services zu bieten.

Deutscher Retail-Markt zieht Wettbewerber an

Mit Sparkonten für Privatkunden soll die Plattform auch den deutschen Markt erobern. Ein Zeitplan wurde noch nicht bekannt. Laut Ingmar Lehmann, Referent für Wettbewerbsmonitoring beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) werde die Ankündigung mit Interesse verfolgt, vor einer möglichen Reaktion wolle der DSGV aber den Markteintritt und die Reaktionen der deutschen Sparer abwarten. Die Sparkassen verfügten bereits über umfassende digitalen Services und wettbewerbsfähige Onlinetools. Kunden wünschten sich von der Sparkasse regionale Nähe und Beratungsqualität. Das könne eine Online-Plattform kaum bieten.
Trotzdem sei ein Eintritt in den deutschen Retailmarkt für neue Wettbewerber attraktiv: „Alle makroökonomischen Faktoren wie Zuwanderung, niedrige Arbeitslosigkeit und hohes Wirtschaftswachstum sprechen dafür“. Um nachhaltig Erfolg zu haben, müssten sich neue Anbieter aber möglichst breit aufstellen. „Ein Markteintritt nur mit Sparbuch oder erhöhten Sparzinsen ist zu wenig, um in Deutschland nachhaltig Fuß zu fassen“, sagt der DSGV-Referent.
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