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12. Oktober 2017 - 15:38Herbsttagung

Die Marschrichtung mitbestimmen

von Peter Müller

Der tiefe Wandel der vergangenen Jahre und seine Auswirkungen beschäftigen Vorstände aus Ostdeutschland und Schleswig-Holstein.

Diskutierten die Herausforderungen des Wandels (von links): Moderator Mick Knauf, Achim Thöle, Wolfgang Zender, Helmut Schleweis, Unternehmer Torsten Schubert und John Kornblum. (Patrick Goretzky)
Veränderungen lösen nicht nur Freude aus: Der tiefgreifende Wandel der vergangenen Jahre hat viele Menschen verunsichert und zu einem Aufstieg populistischer Kräfte geführt. Dieser Wandel und seine Auswirkungen beschäftigten die Redner im politischen Teil der Herbsttagung für Sparkassenvorstände an der Nord-Ostdeutschen Sparkassenakademie in Potsdam.

Der Anspruch der Sparkassen sollte es sein, die Marschrichtung mitzubestimmen, sagte Michael Ermrich, Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands (OSV), vor den rund 170 Teilnehmern der Tagung, darunter zahlreiche Sparkassenvorständen aus Ostdeutschland und Schleswig-Holstein. Als Motor der Veränderungen werde oft "der Markt" genannt, der als anonyme Kraft walte und über den Dingen schwebe. Dem hielt Ermrich entgegen: "Der Markt besteht aus Menschen", man könne ihm Leitplanken und Spielregeln geben. Ein Instrument, um den Markt zu beeinflussen, seien die Sparkassen.
Markt, Gesellschaft und Mensch gehörten zusammen und schlössen einander nicht aus, sagte Ermrich. "Mit unserer Arbeit tragen wir mit dazu bei, wohin sich unsere Gesellschaft bewegt – und letztlich auch dazu, wie sich Wähler entscheiden."
Fordert, die Menschen im Fokus zu behalten: Michael Ermrich. (Patrick Goretzky)
Ermrich erinnerte an die exponierte Stellung, die die Sparkassen einnehmen, und die besondere Verantwortung der Institute. Der öffentliche Auftrag sei die zentrale Begründung für die Existenz von Sparkassen. Würden sie sich so verhalten wie die anderen Akteure am Finanzmarkt, sägten sie an dem Ast, auf dem sie sitzen. Es erfordere große Sensibilität, dem öffentlichen Auftrag und gleichzeitig den Anforderungen von Niedrigzins, Regulierung und Digitalisierung gerecht zu werden. Dabei mahnte er: "Die Menschen in ihrer Vielfalt müssen bei uns im Fokus bleiben." Mit Blick auf Maßnahmen wie die Schließung von Geschäftsstellen plädierte Ermrich für mehr Transparenz von Entscheidungen.
John Kornblum, ehemaliger Botschafter der USA in Berlin, diagnostizierte der ganzen westlichen Welt eine "gesellschaftliche Unruhe", die sich in einem neuen Populismus niederschlage. Der Populismus sei ein Symptom, aber nicht die eigentliche Ursache. Die Institutionen hätten nicht schnell genug mit neuen Antworten auf den Wandel reagiert, so Kornblum.

Noch mehr und noch näher an den Kunden

In einer Podiumsdiskussion über die Herausforderungen des Wandels in der Finanzwirtschaft sagte Helmut Schleweis, Bundesobmann der Sparkassenvorstände und Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Heidelberg, die Sparkassen müssten "noch mehr und näher" am Kunden bleiben. Sie müssten noch stärker danach fragen, was der Kunde braucht – "dann haben wir ein gutes Geschäftsmodell". Schleweis unterstrich, dass in Zeiten der Ungewissheit und des Wandels die Führungskräfte besonders gefordert seien.
Dieser Gedanke beschäftigt auch Wolfgang Zender, Verbandsgeschäftsführer des OSV. Viele Mitarbeiter seien angesichts der Digitalisierung verunsichert. Es gelte, sie je nach ihrem Wissensstand digital fit zu machen, sodass sie dem Kunden gegenüber auf Augenhöhe sprachfähig sind. Für diese wichtige Aufgabe machten sich alle Verbände stark.
Zudem plädierte Zender dafür, dass die Sparkassen mehr für die finanzielle Aufklärung junger Menschen tun. In vielen Ländern der Welt leiste die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation in dieser Hinsicht großartige Arbeit. Es gelte aber, diese Aufklärung auch im Inland zu befördern. "Ich glaube, die Sparkassen wären dazu in der Lage und auch bereit", sagte Zender.
John Kornblum warf kritisch ein, dass die Deutschen im Vergleich zu amerikanischen Sparern viel zu wenig in Aktien investierten. Achim Thöle, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westholstein, warb um Verständnis dafür, dass manche Berater nicht offensiv zu Aktien rieten: Wenn es Rückschläge an der Börse gegeben habe, hätten sie in der Vergangenheit "die Prügel einstecken" müssen. Es liege jetzt auch an den Führungskräften, die Berater zu überzeugen, dass sie den Langfristaspekt einer Aktienanlage in den Vordergrund rücken. Schließlich wolle man ja auch langfristig Partner des Kunden sein.
Kornblum verdeutlichte aber auch, wie viel Vertrauen die Sparkassen genießen. Er habe einmal einen Vorstand einer Investmentbank gefragt – einen Mann, der täglich enorme Summen bewege –, was er denn mit seinem eigenen Geld anfange. "Das bringe ich auf die Sparkasse", habe der Investmentbanker geantwortet.
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