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11. August 2017 - 08:30PSD 2

Chance für Differenzierung im Giroangebot

von Florian Hagenow, Dr. Peter Klenk

Sparkassen müssen die Chance ergreifen, die PSD 2 bietet, und etwa durch geschickte Kooperationen mit Fintechs ihre Marktposition stärken. Sich als Kontoinformationsdienstleister und idealerweise auch als "Beyond Banking"-Serviceanbieter zu positionieren, ist dabei eine mögliche Erfolgsstrategie.

Eine Kurzzusammenfassung finden Sie hier.

Aufgrund von PSD 2 müssen Sparkassen auch künftig die richtigen Bankprodukte und Services anbieten, da sie weiterhin Basis der Kundenbeziehung bleiben. (vege/fotolia)
Die Digitalisierung hält in immer mehr Branchen Einzug und macht auch nicht vor der Finanzbranche halt. Beispiele sind hier Fintechs wie N26 – mittlerweile mit Banklizenz –, die ein Girokonto online in acht Minuten eröffnen und somit in den Bankenmarkt drängen, oder Banken wie die Hypovereinsbank, die mit Moneymap für ihre Girokonto-kunden nach günstigeren Strom- und Gasanbietern sucht und damit in den Markt der Vergleichsportale vorstößt. Daher ist es wenig überraschend und folgerichtig, dass auch die Europäische Union die "Payment Services Directive" (PSD) aus 2007 nun auch für onlinebasierte Zahlungsdienste erweitert – mit der "Payment Services Directive 2" (PSD 2), die ab 2018 in Kraft treten wird. Mit der PSD II verfolgt die EU übergeordnete Zielsetzungen:
  • Onlinebasierte Zahlungen für die Verbraucher sicherer und einfacher zu gestalten.
  • Einen europäischen digitalen Binnenmarkt zu schaffen, von dem Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen profitieren.
Ab 2018 wird es vier wesentliche Veränderungen für Verbraucher und Unternehmen geben, die es zu beachten gilt:
  1. Öffnung des EU-Zahlungsverkehrsmarkts für Kontoinformations- und Zahlungsauslösedienstleister
  2. Untersagung von Zahlungsaufschlägen (z. B. für Kartenzahlungen)
  3. strenge Sicherheitsanforderungen (starke Authentifizierung)
  4. Stärkung der Verbraucherrechte.
Als gravierendste Veränderung für Sparkassen, Banken, Finanzdienstleister und Verbraucher gilt gemeinhin die Öffnung des EU-Zahlungsverkehrsmarkts, da zum einen durch Kontoinformations-dienstleister (Kidl) alle Bankprodukte (von verschiedenen Anbietern) etwa in einer App gebündelt und den Kunden auf einen Blick übersichtlich dargestellt werden können. Zum anderen müssen Zahlungsauslösedienstleister (Zadl) künftig in keiner Grauzone mehr operieren (z. B. der Dienst Sofortüberweisung), was deren Relevanz aus zwei Gründen steigern wird:
  1. In Verbindung mit dem Kontoinformationsdienstleister können in einer App alle Übersichten und Transaktionen für die Konten durchgeführt werden.
  2. Heutige Sepa-Standards haben eine Servicedauer von einem Tag – die Zahlungsauslösedienstleister können direktes Instant Payment anbieten.

(BBL)
Im Ergebnis sind Sparkassen mit dem Risiko konfrontiert, ihre Bedeutung als erster Ansprechpartner in Finanzfragen zu verlieren, da Kontoinformations- im Verbund mit Zahlungsauslösedienstleistern versuchen werden, sich in der Kundenwahrnehmung den ersten Platz zu sichern (s. Abb. 1). Sparkassen, die nicht rechtzeitig reagieren, stehen damit zwei kritische Situationen gegenüber:
  1. Verlust der Hausbankbeziehung mit dem Girokonto als zentralem Dreh- und Angelpunkt der Kundenbeziehung an den Kontoinformationsdienstleister, der alle relevanten Finanzinformationen bündelt. Dadurch ergeben sich entsprechende Risiken:
    – Verlust der Sparkasse-Kunde-Beziehung hin zu Kontoinformationsdienstleister-Kunde-Beziehung.Cross-Selling-Angebote der Sparkasse werden durch Cross-Selling-Aktivitäten des Kontoinformationsdienstleisters ersetzt, da sich der Kunde bereits in dessen "Ökosystem" befindet.
    – Verlust der Kundenbeziehung, da Bankleistungen per "Click" gewechselt werden können. Der Kontoinformationsdienstleister kann Angebote machen, die Kunden zum Wechsel des Serviceanbieters bewegen, etwa "Wechseln Sie jetzt Ihr Girokonto und sparen Sie X,XX Euro pro Monat!"
  2. Zahlungsauslösedienste mit einem Instant-Payment-Angebot werden die Situation verschärfen, da sie den Kundenwunsch nach sofortigem Geldtransfer erfüllen und somit Sparkassen einen Verlust von Erträgen durch Entgelte und gegebenenfalls "Floats" erleiden lassen werden.
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  1. Chance für Differenzierung im Giroangebot
  2. Chancen aus PSD 2 gezielt zur Attraktivitätssteigerung nutzen
  3. Fazit
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