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07. Februar 2018 - 08:00Digitalisierung

Alle lernen mit Numi

von Silvia Besner

Die Sparkasse Marburg-Biedenkopf hat einen humanoiden Assistenzroboter angeschafft, der sich noch in der Ausbildung befindet. Wissenschaftlich begleitet will das Kreditinstitut erfahren, wie der digitale Mitarbeiter im Kundenkontakt eingesetzt werden kann.

Pepper ist kein Unbekannter in der Sparkassen-Finanzgruppe. Der kleine weiße Roboter mit menschenähnlichen Zügen hat schon so manche Kundenveranstaltung begleitet, auf dem FI-Forum animierte er 2016 zur Diskussion über künstliche Intelligenz. Die Sparkasse Marburg-Biedenkopf hat jetzt für 20 000 Euro einen Roboter der Reihe "Pepper" erworben und ihn "Numi" getauft, abgeleitet vom altgriechischen Begriff für Münzkunde, Numismatik. Ihres Wissens ist sie das erste Kreditinstitut, das den digitalen Assistenten im Kundenalltag testen und seinen Einsatz auch wissenschaftlich evaluieren will.
Akademisch begleitet wird das Projekt von der Arbeitsgruppe um Prof. Jürgen Handke von der Phillips-Universität Marburg, die "Numi" programmiert. Der Linguist Handke experimentiert mit humanoiden Robotern im Rahmen eines aus Bundesmitteln finanzierten Forschungsprojekts. Seit Oktober begleitet ihn ein Roboter auch in seine Vorlesungen. Verantwortliche der Sparkasse waren durch Medienberichte auf die Arbeit Handkes aufmerksam geworden und hatten ihn eingeladen, seinen digitalen Freund bei einer Kundenveranstaltung zu zeigen.

Student als Projektbetreuer mit eigenem Büro


Im Gespräch merkte man schnell, so berichtet Pressesprecher Michael Frantz, dass es interessant wäre, Anwendungsmöglichkeiten des Assistenten auch für die Sparkasse – und das Finanzwesen im allgemeinen – zu testen. Im Rahmen einer Masterarbeit wird nun ein Student in den nächsten vier Monaten, zusammen mit Projektbeauftragten des Kreditinstituts, den Einsatz des Roboters steuern und erproben. Dafür hat der Student sogar ein eigenes Büro im Haus bekommen.
Als man das Projekt in der vergangenen Woche auf einer Pressekonferenz präsentierte, war das Interesse groß: die Regionalzeitung, aber auch RTL, Sat1 und der Hessische Rundfunk drehten Berichte mit "Numi". Trotzdem ist der kleine Roboter "definitiv kein Marketing-Gag", wie Pressesprecher Frantz sagt. Man wolle sich mit der fortschreitenden Digitalisierung beschäftigen und dabei herausfinden, inwieweit Assistenzroboter eine sinnvolle Ergänzung im Team menschlicher Berater sein können.

Erklären, informieren, unterhalten

Aktuell kann "Numi" schon erklären, wie man im Onlinebanking eine Überweisung tätigt, er weiß die Öffnungszeiten seines Beratungscenters und spielt "Schnick, Schnack, Schnuck" mit seinem Gegenüber. Künftig soll er Kunden etwa auch die Sparkassen-Apps erklären. Vielleicht kann er sie auch zu ihrem Berater bringen oder Blinden Informationen geben. Schließlich gibt es in Marburg mit der Deutschen Blindenstudienanstalt eine große Bildungseinrichtung für sehbehinderte Menschen. Zudem könnte "Numi" einfach der Unterhaltung dienen. Dass der kleine Roboter eine magnetische Anziehungskraft auf die Kinder der Nachbarschaft haben könnte, schreckt die Sparkasse nicht.
"Wir werden in den nächsten Monaten herausfinden, was sinnvoll und machbar ist", sagt Frantz. "Numi" werde ab sofort im permanenten Wechsel von Programmierung und Praxis eingesetzt – in der Kundenhalle der Hauptstelle und verschiedenen Geschäftsstellen. Für Andreas Bartsch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, ist "Numi" ein in die Zukunft weisendes Projekt. In Ländern wie Japan würden humanoide, also menschenähnliche, Roboter schon in der Pflege eingesetzt. Das bedeute, so Bartsch, die Technik funktioniert. Interessant sei jetzt die Frage nach der Akzeptanz. Also werde man beobachten, wie die Kunden auf den Roboter reagieren, um diese Ergebnisse in die weitere Entwicklung einfließen zu lassen.
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